Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes
br-pirminius
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Jesus sprach zu Seinen Jüngern:

Liebt ihr Mich, so werdet ihr Meine Gebote halten. Und Ich will den Vater bitten, und Er wird euch einen anderen Tröster geben, dass Er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht emp­fan­gen kann, denn sie sieht Ihn nicht und kennt Ihn nicht. Ihr kennt Ihn, denn Er bleibt bei euch und wird in euch sein.
Ich will euch nicht als Waisen zurück­las­sen; denn Ich komme zu euch.

(aus dem Evan­ge­li­um der Pfingst­vi­gil: Joh 14,15–21)

Wieder hatten sich die fünfzig Tage der Pen­te­ko­ste, der öster­li­chen Freu­den­zeit, erfüllt, als wir an der Vigil von Pfing­sten zum Konvent zusam­men­ka­men und so das hohe Fest der Aus­sen­dung des Para­kle­tos, des Trösters, des Heiligen Geistes mit­ein­an­der beginnen konnten.

Im Evan­ge­li­um der Vigil, das den Abschieds­re­den Jesu ent­nom­men ist wie viele der Evan­ge­li­en der Oster­zeit, bereitet der Herr Seine Jünger ein letztes Mal auf Seinen Weggang von dieser Erde, Seinen Heimgang zum Vater, vor. Und obwohl Er diese Worte noch vor Seinem Leiden und Sterben an Seine Jünger richtet, hören wir Ihn heute im Lichte öster­li­chen Glanzes als den Auf­er­stan­de­nen, der uns zusagt: Fürchtet euch nicht! Ich will euch nicht als Waisen zurück­las­sen; denn Ich komme zu euch.

Seine Jünger ver­harr­ten nach der Him­mel­fahrt bis zum jüdi­schen Wochen­fest, Schawuot, mit­ein­an­der im Gebet, der Über­lie­fe­rung nach im Abend­mahls­saal selbst. Was mag sie in dieser Zeit des Wartens bewogen haben? Waren sie genauso ängst­lich wie nach der Kreu­zi­gung ihres Herrn, von Zweifeln an der Wahr­haf­tig­keit Jesu geplagt? Sie hatten Seine Worte ja so lange nicht ver­stan­den und selbst den Zeu­gin­nen der Auf­er­ste­hung nicht geglaubt bis hin zu Thomas, der noch vor dem Auf­er­stan­de­nen nicht glauben will — alles das soll jetzt end­gül­tig über­wun­den, der Zweifel in gläubige Schau ver­wan­delt werden.

Christus musste über alle Himmel wieder zum Vater heim­keh­ren, mit Leib und Seele, leiblich und wahr­haf­tig, um schließ­lich die dritte Person Gottes, den Geist, zu offen­ba­ren und über die ganze Welt aus­zu­gie­ßen: Aus schwa­chen, unsi­che­ren Jüngern werden voll­mäch­ti­ge Apostel, die Pfeiler der Kirche.

War der Herr in Seiner Erden­zeit immer nur an einem Ort gegen­wär­tig, so ist Er es seit dem Pfingst­tag überall in Seiner Kirche durch Seine Diener im apo­sto­li­schen Amt, die heiligen Sakra­men­te, die Liturgie, die Ver­kün­di­gung, in jedem Bruder und jeder Schwe­ster. Wie Gott selbst Fleisch wurde, so hat Er auch Seine Kirche als eine leib­li­che gestif­tet, gebunden an die Menschen, die Er beruft, trotz aller ihrer Schwä­chen und Fehler.

Denn auch wenn die Kirche auf Erden in ihrer Gestalt so gebrech­lich, feh­ler­haft und oft nur allzu mensch­lich erschei­nen mag, hat sie doch die unver­brüch­li­che Zusage ihres Herrn: Ich will den Vater bitten, und Er wird euch einen anderen Tröster geben, dass Er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht emp­fan­gen kann, denn sie sieht Ihn nicht und kennt Ihn nicht. Ihr kennt Ihn, denn Er bleibt bei euch und wird in euch sein.

Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes