Chorgebet am Abend
nov-heike
Kommentare deaktiviert für Regionalkonvent im Juli 2019 in Bonn
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Ste­hen­blei­ben ist keine Option.

Ich folge einem Weg. Ich habe keine Ahnung, wo dieser Weg mich hinführt. Ich sehe nur einen Teil, der vor mir liegt. In der Ferne erahne ich manchmal Ver­än­de­run­gen in der Land­schaft, wenn sich der Lauf ver­än­dert, wenn Kurven und Bie­gun­gen auf­tau­chen. Mein Herz wird mir schwer vor der nächsten Steigung, die steil aufragt und deren Ende sich meinem Blick entzieht. Schritt für Schritt, stetig schleppe ich mich den stau­bi­gen Weg hinauf. Oben ange­kom­men, nach langer oder kurzer Zeit, atme ich auf. Mein Herz hüpft. Ste­hen­blei­ben ist keine Option.

Ich folge einem Weg. Teile davon gehe ich mit anderen, Teile davon gehen sie mit mir. Meine Sehn­sucht richtet sich wie eine Kom­pass­na­del aus, nicht auf das Ende des Weges. Auf die, die mit mir gehen. Es kommt vor, dass ich mich mitten unter ihnen fremd fühle. Es kommt vor, dass sie meine Heimat sind, meine Familie. Gemein­sam folgen wir unserer Sehn­sucht. Mein Herz hüpft. Es stimmt ein in die Verse des 147. Psalms:

Lobet den HERRN!

Denn unsern Gott loben, das ist ein köstlich Ding, ihn loben ist lieblich und schön. Er heilt, die zer­bro­che­nen Herzens sind, und ver­bin­det ihre Wunden. Er zählt die Sterne und nennt sie alle mit Namen. Unser Herr ist groß und von großer Kraft, und uner­mess­lich ist seine Weisheit. Der HERR richtet die Elenden Singt dem HERRN ein Danklied.

Ich folge einem Weg. Ich gehe Schritt für Schritt. Jeder einzelne ist es wert, gegangen zu werden.

Ste­hen­blei­ben war nie eine Option.

Stille vor dem Abendgebet