br-gregor
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Der Konvent am 2. November sollte für mich per­sön­lich ein beson­de­rer Tag sein: Mein erster Regio­nal­kon­vent als auf­ge­nom­me­ner Bruder. Ich bin nicht, wie früher, als Novize David in den Zug Richtung Bad Godes­berg gestie­gen, sondern als Bruder Gregor. Es sollte auch das erste Mal sein, dass ich meine Geschwi­ster seit meiner Ein­klei­dung wie­der­se­he.

Regionalkonvent West November 2018

In der Zeit des Wartens auf den Konvent hatte ich gemisch­te Gefühle: kind­li­che Vor­freu­de einer­seits war gepaart mit ehr­fürch­ti­gem Unbe­ha­gen ande­rer­seits. Ich stellte mir vor, wie ich zum ersten Mal als Gregor neben den Geschwi­stern im Stun­den­ge­bet des Regio­nal­kon­ven­tes sitzen werde: Geklei­det im Bru­der­schafts­ge­wand und mit dem Eli­sa­beth­kreuz wird sich Gregor äußer­lich von den anderen nicht mehr unter­schei­den.
Ich habe mich das ganze Noviziat hindurch auf diese Kleidung und was sie aus­drückt, gefreut. Ich wollte endlich auch ein für alle erkenn­ba­rer Teil der Bru­der­schaft sein. Die Aufnahme hatte ich dafür ständig als Ziel­li­nie vor Augen.

Regionalkonvent West November 2018

Doch war meine Aufnahme nicht wirklich Neu­auf­bruch, wie ich gedacht hatte. Es fühlte sich vielmehr wie eine Bestä­ti­gung an. Deswegen hatte ich auch ziemlich gemisch­te Gefühle und damit ver­bun­den allerlei Fragen. Ein paar will ich hier einmal nennen: Wie wird dieser neue Weg in der Bru­der­schaft aussehen? Habe ich jetzt zwei Leben? Wird der neue Bruder Gregor den alten Novizen David ver­drän­gen oder etwa hinter sich lassen? Werde ich als David noch erkenn­bar sein? Wie möchte ich als Gregor in Erschei­nung treten?
Doch je näher der Tag des Regio­nal­kon­ven­tes rückte, desto kleiner wurden alle meine Sorgen. Ich dachte, ich werfe mich in einfach in die neue Situa­ti­on und werde schon sehen, was passiert.

Regionalkonvent West November 2018

Lob und Preis allen Seinen Heiligen von den Söhnen Israels, dem Volke, das sich ihm naht.“ Der Konvent im November findet regel­mä­ßig in der Fest­wo­che von Aller­hei­li­gen statt. So erklang auch dieses Jahr der „Hymnus omnibus“ als Antiphon in der Non und eröff­ne­te den Konvent im Lichte dieses Hoch­fe­stes.
Im Anschluss begaben wir uns zu Kaffee und Kuchen in das Gemein­de­haus der Imma­nu­el­kir­che, wo unser Kon­vents­äl­te­ster Bruder Pir­mi­ni­us neue und alt­be­kann­te Gäste begrüßen durfte. Wir erlebten ein fröh­li­ches Mit­ein­an­der mit leben­di­gen Gesprä­chen und inter­es­san­ten Geschich­ten.

Regionalkonvent West November 2018

Ganz beson­ders freuen konnten wir uns über den Besuch unseres Bruders Pius. Er hatte die weite Reise aus Dresden auf sich genommen, um gemein­sam mit uns Gebet zu halten und die heilige Eucha­ri­stie zu feiern. In seiner Predigt erin­ner­te er an die Bedeu­tung der Heiligen in unserer Kirche als Brücken­bau­er von allem Irdi­schen hin zum himm­li­schen Reich Gottes.

Regionalkonvent West November 2018

Nach der Messe ver­brach­ten wir einen schönen gesel­li­gen Abend bei gemein­sa­men Essen, ehe der Konvent mit der Komplet ruhig zu Ende ging.

Regionalkonvent West November 2018

Eine Erin­ne­rung möchte ich noch mit Euch teilen: Als ich vor der Non inmitten meiner Geschwi­ster saß und mich still auf das Gebet vor­be­rei­te­te, dachte ich: Eigent­lich habe ich etwas Neues, Unge­wohn­tes erwartet: Mit dem neuen Namen Gregor und der neuen Kleidung käme das neue Leben, ein unbe­schrit­te­ner Pfad. Komi­scher­wei­se habe ich da an eine weite bisher uner­reich­te Ferne gedacht, an eine unbe­kann­te Zukunft, die viel­leicht ein wenig ängstigt und gerade dadurch auf­re­gend wird.
Jetzt aber erscheint mir der bis­he­ri­ge Weg vielmehr als ein Ankommen in der Bru­der­schaft und doch zugleich wie ein Aufbruch zu ihr. Als führte der Weg nicht in die weite Ferne, sondern nahe hin zu etwas Alt­be­kann­tem.

Regionalkonvent West November 2018

Der neue Name kommt mir längst unge­wohnt vertraut vor und ich höre ganz unbe­wusst schon auf ihn. Ebenso verhält es sich mit unserem Gewand für das Stun­den­ge­bet, der Kukulle. Es kam mir so vor, als wäre ich schon als Novize mit ihr beklei­det, nur konnte ich sie damals noch nicht an mir sehen. Als hätte ich die ganze Zeit eine zweite Haut angehabt, die ich jetzt erst so langsam zu spüren beginne.
David ist in Gregor gehüllt und nun tritt sichtbar in Erschei­nung, was bis dahin unsicht­bar gewach­sen war. Viel­leicht kommt dadurch jetzt das Neue und die Ver­än­de­rung?
Ich muss schmun­zeln: Immerhin machen Kleider ja bekannt­lich Leute.