Gebetszeiten

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Im Ver­trau­en auf Gottes Antwort bemühen sich die Glieder um ein gere­gel­tes Gebets­le­ben. Sie benutzen dazu mög­lichst eines der kirch­li­chen Breviere. Sie nutzen JEDE GELEGENHEIT, das Stun­den­ge­bet in Gemein­schaft zu ver­rich­ten.“ Was in der Regel der Hoch­kirch­li­chen St.-Johannes-Bruderschaft unter Artikel 15 kurz und knapp beschrie­ben ist, gründet in der Tatsache, dass die Kirche sich am tiefsten dar­stellt in ihrer Liturgie und im Vollzug ihres Gebetes. Im täg­li­chen Vollzug des Stun­den­ge­be­tes zeigt sich, „wie die Gezeiten des Tages, der Sonntage der Feste, Gebet gewor­de­ner Glaube sind, erfüllt von anbe­ten­der Hingabe an die Geheim­nis­se des Heils, die Gott unter uns gewirkt hat“ (Joseph Ratzinger).

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Aus der Praxis des Alten Bundes kommend, führt die Tra­di­ti­on der festen täg­li­chen Gebets­zei­ten über Jesus Christus in den Neuen Bund, in die Gebets­pra­xis der Kirche: „Psalmen zu beten und zu singen ist Israels Antwort auf das Handeln Gottes an seinem Volk in der Geschich­te. Israel hat nie auf­ge­hört, seinen Gott zu loben, zu ihm zu klagen, ihm zu ver­trau­en und ihn um Hilfe und Rettung zu bitten. Auch Jesus hat die Psalmen seines Volkes Israel gebetet, und die Kirche übernahm sie seit den frü­he­sten Zeiten als festen Bestand­teil in den christ­li­chen Got­tes­dienst.“ (EG 701)

In dieser Tra­di­ti­on steht das Stun­den­ge­bet der Kirche, das einer über Jahr­hun­der­te gewach­se­nen, fest gepräg­ten Form folgt: Das Singen der Psalmen, ein­stim­mig und in der Regel unbe­glei­tet, geschieht ganz vom natür­li­chen Sprach­fluss aus und im Auf­ein­an­der-Hören. Der Psal­men­ge­sang im Wechsel wird gerahmt von Kehr­ver­sen (Anti­pho­nen). Dazu kommen Gebete, Wech­sel­ge­sang (Respon­so­ri­um), ein Hymnus, die bibli­sche Lesung, Segensbitte.

Mit dem Stun­den­ge­bet unter­bre­chen wir den Tag, halten inne, schöpfen neue Kraft, geben Gott die Ehre und richten uns neu auf Ihn aus. So vermag das Stun­den­ge­bet uns immer neu zur Mitte zu führen und lässt „den tiefsten Sinn des gött­li­chen Wortes ALS LOGOS HÖRBAR, spürbar, fühlbar, offenbar werden“ (Gregor Baumhof). Dies erklärt die feste Regelung und gemein­sa­me Ver­bind­lich­keit des täg­li­chen Stun­den­ge­be­tes, zu der sich die Geschwi­ster der Hoch­kirch­li­chen St.-Johannes-Bruderschaft sich verpflichten.

Dem GEMEINSAMEN SINGEN kommt dabei – immer wenn dies möglich ist – eine beson­de­re Bedeu­tung zu. Beim Stun­den­ge­bet und Psal­men­sin­gen ist die äußere ebenso wie die innere Haltung von beson­de­rer Bedeu­tung. Der abend­län­di­sche Mönchs­va­ter Benedikt von Nursia widmet der Haltung beim Got­tes­dienst, beim gemein­sa­men Singen und Beten, ein eigenes Kapitel:

Überall ist Gott gegen­wär­tig, so glauben wir, und die Augen des Herrn schauen an jedem Ort auf Gute und Böse. (Spr 15,3) Das wollen wir ohne jeden Zweifel ganz beson­ders dann glauben, wenn wir Got­tes­dienst feiern. Denken wir daher immer an die Worte des Pro­phe­ten: ‚Dient dem Herrn in Furcht.’ (Ps 2,11) ‚Singt die Psalmen in Weisheit.’ (Ps 47,8) ‚Vor dem Ange­sicht der Engel will ich dir Psalmen singen.’ Beachten wir also, wie wir vor dem Ange­sicht Gottes und seiner Engel sein müssen, und stehen wir so beim Psal­men­sin­gen, dass HERZ UND STIMME IN EINKLANG sind.“

So voll­zieht sich im Stun­den­ge­bet Hei­li­gung der Zeit, Unter­bre­chung der Zeit durch Gebet und Gesang: „„Wir werden daran erinnert, dem Herrn ein neues Lied zu singen. Der neue Mensch singt das neue Lied. Das Lied ist eine Ange­le­gen­heit der Liebe! Wer also lernt, das neue Leben zu lieben, lernt das neue Lied zu singen. … Alles bezieht sich auf das eine Reich, der neue Mensch, das neue Lied, das neue Testa­ment.“ (St. Augustinus)

Br. Barnabas