Altar Regionalkonvent Februar 2018
nov-david
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Was passiert an einem Konvent eigent­lich außer­halb der Gebets­zei­ten Non, Vesper und Komplet, in der Zeit, wo nicht gebetet, gesungen und gefeiert wird? So viel sei schon mal vor­weg­ge­nom­men: Auch die Zeiten zwischen den Gebeten haben einen regel­mä­ßi­gen Ablauf. Zunächst gibt es eine Zeit der Vor­be­rei­tung. Ungefähr eine Stunde vor der Non kommen die ersten Schwe­stern und Brüder zusammen, um gemein­sam den Kirch­raum für den Tag her­zu­rich­ten. Kleider werden in der Sakri­stei bereit­ge­legt, der Altar­raum wird beleuch­tet, der Altar wird geschmückt, das Kreuz und die Ikonen werden auf­ge­stellt, Kerzen werden ent­zün­det. Dabei geht es anfangs sehr gesprä­chig zu. Es gibt viel zu erzählen nach einem Monat des Aus­har­rens.

Brüder im Gespräch Regionalkonvent Februar 2018

Doch je näher die Non rückt und der Altar bereitet ist, desto ruhiger wird es. Inner­halb kurzer Zeit geraten die Alltage der Ein­zel­nen in den Hin­ter­grund, das gemein­sa­me Beten und Singen tritt in den Vor­der­grund.

Altarbereitung Regionalkonvent Februar 2018

Ich per­sön­li­che erlebe vor jedem Gebet neben der äußeren auch eine innere Zeit der Vor­be­rei­tung. Beson­ders bewusst wird mir das ab dem Moment, zu dem ich die Albe anlege. Wenn andere Geschwi­ster dabei sind, werden manchmal noch wenige Worte gewech­selt, bis sie all­mäh­lich zu Gesten ver­stum­men. Wir betreten die Kapelle, ver­nei­gen uns vor Kreuz und Altar und setzen uns hin. Einige schlagen noch die pas­sen­den Seiten im Chorbuch auf, legen Bändchen ein. Nach und nach wird es still. Der Konvent kann beginnen.

Altar Regionalkonvent Februar 2018

Nach der Non fahren wir in der Regel alle zusammen zum Gemein­de­haus, wo bei Kaffee und Kuchen das Con­ve­ni­at beginnt. Es hat eine flexible Form. Es besteht aus einer kleinen Tages­ord­nung, einer Zeit des offenen Gesprä­ches und des gesel­li­gen Zusam­men­seins. Zur Abwechs­lung werden auch Vorträge gehalten oder neue Anti­pho­nen und Hymnen vor­ge­stellt und eingeübt.

An diesem Nach­mit­tag konnten wir uns nach der Begrü­ßung durch den Kon­vents­äl­te­sten wieder über Grüße von den anderen Geschwi­stern freuen. Danach haben wir einige orga­ni­sa­to­ri­sche Dinge für den nächsten Konvent im März und die kommende Tagung der gesamten St.-Johannes-Bruderschaft in Marburg im April bespro­chen.

Kohle für den Weihrauch Regionalkonvent Februar 2018

Während ein Teil der Brüder zur Kapelle auf­ge­bro­chen sind, um die Vesper vor­zu­be­rei­ten, sind die anderen Geschwi­ster und ich geblie­ben, um die Kaf­fee­ta­fel abzu­räu­men. Diese Nach­be­rei­tung im Gemein­de­haus erlebe ich als eine sehr ange­neh­me Zeit. Beim gemein­sa­men Spülen können wir uns bei heiterer Atmo­sphä­re unter­hal­ten, so dass die Arbeit im Nu ver­rich­tet ist.

Das Con­ve­ni­at erlebe ich jedes Mal als eine Begeg­nungs­stät­te auf mehreren Ebenen. Ich darf Teil haben an geist­li­chem Aus­tausch, darf Vor­trä­gen lauschen und neue Inhalte ken­nen­ler­nen. Dabei erfahre ich auch span­nen­de per­sön­li­che Begeg­nun­gen mit den Geschwi­stern und unseren Gästen.

Offiziant und Kantor der Vesper Regionalkonvent Februar 2018

Nach der Vesper nehmen wir uns immer Zeit für ein gemein­sa­mes Abend­essen. In einem nahe­ge­le­ge­nen chi­ne­si­schen Restau­rant beginnt der lockere, offene Teil des Abends. Bei leckeren Speisen und Geträn­ken wird in gesel­li­ger Runde viel erzählt und gelacht.

An diesem Abend ging es haupt­säch­lich um die geplante Schlie­ßung des Klosters Maria­wald nach mehr als 500-jährigem Bestehen. Ich lernte in den Gesprä­chen über den Trap­pi­sten-Orden und über die wech­sel­haf­te Geschich­te dieses Klosters in der Eifel. Nach dem Abend­essen gingen wir gemein­sam zurück zur Kapelle zum Ausklang des Abends, der Komplet.

Detailaufnahme Pluvialia Regionalkonvent Februar 2018

Auf dem Rückweg spüre ich dann wieder einen ähn­li­chen Rhythmus der Vor­be­rei­tung. Mit spru­deln­den Worten im Gedan­ken­aus­tausch gehen wir los und je näher wir der Kapelle kommen, desto ruhiger werden wir. Worte werden wieder zu Gesten. Wir ziehen uns um, betreten schwei­gend die Kapelle und singen das letzte gemein­sa­me Gebet des Tages. Und so endet jeder Konvent.