Kredenz zur Messe Verklärung Christi 2017
br-cyprian
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Alle Feste der Kirche haben Farben. Manche jubi­lie­ren mit Christus in gold und weiß, während andere in violett fasten. Mit Feu­ers­glut oder Blu­tes­flut brennt rot der heilige Geist vom Himmel herab. Schwarz trauert, vor Freude tanzen wir in rosa und grün kündet uns von der Ebenen Mühe. Zuletzt schmücken die Feste der Got­tes­mut­ter Maria blaue und weiße Stoffe. Immerzu werden die Kleider auf­ge­tra­gen, deren Farben zum Tag und seinem Anlass passen. Maria Schnee und die Ver­klä­rung unseres Herrn Jesu Christi strahl­ten regel­recht im som­mer­li­chen Bad Godes­berg beide weithin zu sehen im vollen Son­nen­licht der Augustsonne.

Kanzelantependium

Dieser eine Regio­nal­kon­vent bot viele Gründe zur Freude. Der erste war, dass wir einander wieder sahen. Und diesmal sogar in großer Runde, denn Bruder Dominik und Vater +Martin waren in aller Frühe aus Berlin ange­reist, um mit uns Eucha­ri­stie zu feiern. So ist der Tag für uns natür­lich noch viel inten­si­ver zu erleben, als ihn nur durch unser treues Stun­den­ge­bet zu begehen. Dass die beiden diese Kraft­an­stren­gung so oft auf sich nehmen und der Herr ihnen so viel frohen Mut schenkt, ist für uns wirklich ein unbe­schreib­li­ches Glück.

Vorbereitung Verklärung Christi August 2017 Regionalkonvent

Der zweite Grund war ein kleines Jubiläum. Denn im August 2014 begannen die monat­li­chen Treffen der Geschwi­ster hier im Westen und begrün­de­ten eine ganz neue Ebene unserer Gemein­schaft. Ich kann heute kaum mehr glauben, dass es zu Zeiten meines Novi­zia­tes noch völlig üblich war, dass wir uns nur zwei Mal im Jahr bei den Gesamt­kon­ven­ten sahen, mit­ein­an­der lachten, beteten und Eucha­ri­stie feierten. Für unsere Novizen heute bin ich froh, dass für sie selbst­ver­ständ­lich ist, wovon wir vor so wenigen Jahren nur träumen konnten. Viel­leicht darf ich an dieser Stelle sowohl in Via und der Johan­nes­kir­chen­ge­mein­de danken: nament­lich will ich aber Pfarrer Gruzlak nennen, der uns damals begei­stert zu sich lud und uns bis heute lie­be­voll zugetan ist, dass auch das ein erneuter Grund zur Dank­bar­keit ist.

Non und Altar Regionalkonvent Verklärung Christi August 2017

Der Konvent begann ganz gewöhn­lich mit dem Gesang der Non. Für mich ist sie das nach­denk­lich­ste Stun­den­ge­bet. Denn die Non reflek­tiert immer auch die Ster­be­stun­de unseres Herrn, der an einem Freitag zur neunten Stunde am Kreuz ver­schied, um den Tod mit dessen eigenen Waffen zu schlagen.

Wenn ich dann im Kreise der Geschwi­ster sitze und die Augen von meinem Buch aufhebe und zum Altar blicke, auf dem nur die beiden Opfer­lich­te vor den Ikonen leuchten, erscheint er mir fast so, als würde der Altar sich noch einmal ausruhen, um sich auf die Wie­der­kunft des Herrn im Altars­sa­kra­ment vor­zu­be­rei­ten. Die Tra­di­ti­on sieht im Altar den Thron Christi. Daran denke ich oft, wenn ich vor ihm sitze und die Sprache der Psalmen atme.

Baculum Verklärung Christi Regionalkonvent August 2017

Das Pon­ti­fi­kal­amt — wie man die fei­er­li­che Eucha­ri­stie­fei­er nennt, wenn Ihr ein Bischof vorsteht — ist eine beson­ders reiche Form der Mess­fei­er. Mit Vater +Martin als einem der Auxi­liar­bi­schö­fe der Hoch­kirch­li­chen St.-Johannes-Bruderschaft ist es uns möglich und auch auf­ge­tra­gen, dem Rang des Anlasses auch eine beson­ders würdige Feier ent­spre­chen zu lassen.

Das Pon­ti­fi­kal­amt, das wir feierten, zeich­ne­te sich etwa dadurch aus, dass dem Vater seine Mess­ge­wan­dung am Fal­dis­to­ri­um, seinem Sitz, ange­zo­gen wurde. Von den ein­zel­nen Stücken der bischöf­li­chen Gewan­dung, die reicher als die prie­ster­li­che ist, möchte ich heute einmal unser Augen­merk auf die Hand­schu­he lenken.

Verklärung Regionalkonvent August 2017

Hand­schu­he bieten Schutz. Ärzte tragen sie, um den Pati­en­ten vor Keimen zu schützen. Rei­ni­gungs­kräf­te, Bäcker, Köche tragen sie aus ähn­li­chen Gründen der Hygiene oder weil sie mit rei­zen­den Stoffen umgehen müssen. Im Winter trägt man sie zum Schutz vor Kälte. Welche Bedeu­tung aber haben sie als Klei­dungs­stück für den Bischof?

Sicher ist es in großen Kirchen oft kühl und im Winter kann es eises­kalt sein. Aber das ist nicht ihre erste Ver­wen­dung, wenn auch viel­leicht dort ihr Ursprung liegen mag. Heute dienen die Hand­schu­he vor allem dem Kir­chen­volk, ver­an­schau­li­chen sie ihm doch das Geheim­nis der Inkar­na­ti­on — dass Jesus Christus wahrhaft Gott und wahrhaft Mensch war. Unter der mensch­li­chen Hülle war das gött­li­che Wesen ver­bor­gen, wie die Hände des Bischofs vice versa ver­bor­gen sind unter dem fein bestick­ten Stoff.

Handschuhe Bischof Regionalkonvent August 2017

Lit­ur­gi­sche Kleidung dient niemals dem Träger sondern immer vor allem dem betrach­ten­den Gegen­über. Das wider­spricht natür­lich jedem Vorwurf des Ästhe­ti­zis­mus. Ein Mit­bru­der sprach einmal davon, dass, wer sich in Mess­ge­wän­der kleidet, in Bibel­ver­se hin­ein­schlüpft. In gewisser Weise muss man da einmal um die Ecke denken. Mir tritt die Bedeu­tung der Gewan­dung vor allem in den Gebeten vor Augen, die man während der Beklei­dung spricht. Für die Hand­schu­he des Bischofs kann man einen zen­tra­len Gedanken fest­hal­ten: sie sym­bo­li­sie­ren die Reinheit. Reinheit im Tun, Reinheit der Gedanken, Reinheit des absichts­vol­len Herzens:

Hülle meine Hände, o Herr, in die Reinheit eines neu­ge­bo­re­nen Menschen, dessen Seele Du soeben vom Himmel her­ab­ge­sen­det hast…“ Wenn Ihr nicht werdet wie die Kinder… Meine Augen erblicken in der heiligen Liturgie äußer­lich bereits, was der Glaube kindlich-innig­lich sich erhofft. Die Freude kleiner Kinder strahlt darum zuver­sicht­lich aus den Augen dessen, der vertraut.

Non Verklärung Christi August 2017 Regionalkonvent