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Kommentare deaktiviert für Regionalkonvent im November 2016 in Bad Godesberg
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Gau­dea­mus omnes in Domino…

Froh­locken lasset uns alle im Herrn — so beginnt der Intro­itus zum hohen Aller­hei­li­gen­fest, jenem großen christ­li­chen Fami­li­en­fest der Kirche im Himmel und auf Erden, die eine Kirche der Strei­ten­den hier auf Erden, der Lei­den­den in der Got­tes­fer­ne und der Voll­ende­ten vor Seinem Ange­sich­te im Himmel ist. Alle Glieder dieses mysti­schen Leibes Christi, der Kirche, gehören zusammen, und keiner soll je ver­ges­sen sein.  In dieser großen Fest­freu­de unserer Familie kamen wir in unserem Regio­nal­kon­vent im November zusammen, zu dem auch unser Vater +Martin Bürgener SJB mit Frater Dominik Hankel AAK in gewohn­ter Treue zu uns aus Berlin ange­reist kamen.

Nach der Non in der Kapelle erwar­te­te uns eine reich gedeckte Kaf­fee­ta­fel, zu der uns unser Auxi­liar­bi­schof in gewohnt humor­vol­ler Art das neue Gesang­buch Laudate Patrem vor­stell­te, das die Prie­ster­bru­der­schaft St. Petrus (FSSP) im Juni dieses Jahres neu her­aus­ge­ge­ben hat. Wir haben fest­stel­len dürfen, daß dieses Gesang- und Gebet­buch neben sämt­li­chen gre­go­ria­ni­schen Chor­al­mes­sen in seinem Lied­be­stand eine wahrhaft katho­li­sche Fülle an Liedgut beinhal­tet, das diese Bezeich­nung auch wirklich verdient, ist es doch aus den ver­schie­de­nen Abtei­lun­gen der Kirche und nicht nur der römi­schen Kon­fes­si­on allein zusam­men­ge­tra­gen. In Kon­ti­nui­tät dieser öku­me­ni­schen Linie stand dann auch eine Vor­stel­lung und erste Ein­schät­zung der seit wenigen Tagen neu ein­ge­führ­ten revi­dier­ten Luther­über­set­zung der Heiligen Schrift.

Wenn wir in unserem Regio­nal­kon­vent die seltene Freude zur Feier der heiligen Eucha­ri­stie und Mög­lich­keit zum Empfang der Sakra­men­te (ja, nicht allein der heiligen Kom­mu­ni­on) haben, will alles zum Eintritt in die himm­li­sche Gegen­wart aufs Beste vor­be­rei­tet sein: Das sind zum einen natür­lich die Kapelle und die Sakri­stei selbst, zum anderen aber vor allem die Seelen, die den Herrn des Kosmos hoch­zeit­lich geschmückt und voll­be­rei­tet emp­fan­gen sollen. Alle Sorgfalt und Liebe zur Gött­li­chen Liturgie sollen hin­flie­ßen auf jenes Sursum corda, das wir nachher hören werden, bevor der Gott­mensch Jesus Christus wahrhaft mit Seinem Leib und Blut auf dem Altar gegen­wär­tig wird: „Empor die Herzen!“ So war nun der Höhe­punkt unseres christ­li­chen Fami­li­en­fe­stes die bischöf­li­che Hohe Messe, die wir dank unserer flei­ßi­gen Mit­brü­der im Kan­to­ren­dienst wieder als voll­stän­di­ges Cho­ral­amt zur äußeren Feier von Aller­hei­li­gen in der Festokta­ve feiern konnten. Was für ein großer Segen, welch reiche Gnaden fließen aus dem, was uns als kleiner Regio­nal­kon­vent anver­traut ist; aus ganzem Herzen: Deo gratias!

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Wer sind die vor GOttes Throne, / was ist das für eine Schar? / Träget jeder eine Krone, / glänzen wie die Sterne klar; / Hal­le­lu­jah singen all, / loben GOtt mit hohem Schall.

Wer sind die, so Palmen tragen, / wie ein Sieger, in der Hand, / welcher seinen Feind geschla­gen, / hin­ge­strecket in den Sand? / Welcher Streit und welcher Krieg / hat gezeuget diesen Sieg?

Wer sind die in reiner Seide, / welche ist Gerech­tig­keit, / angetan mit weißem Kleide, / das bestäu­bet keine Zeit / und veraltet nim­mer­mehr; / wo sind diese kommen her?

Es sind die, so wohl gerungen / für des großen GOttes Ehr, / haben Welt und Tod bezwun­gen, / folgend nicht dem sündgen Heer, / die erlanget auf den Krieg / durch des Lammes Blut den Sieg.

Es sind Zweige eines Stammes, / der uns Huld und Heil gebracht, / haben in dem Blut des Lammes / ihre Kleider hell gemacht; / sind geschmückt mit Hei­lig­keit, / prangen nun im Ehren­kleid.

Es sind die, so stets erschie­nen / hier als Priester vor dem HErrn, / Tag und Nacht bereit zu dienen, / Leib und Seel geopfert gern; / nun sie stehen all herum / vor dem Stuhl im Hei­lig­tum.

Wie ein Hirsch am Mittag lechzet / nach dem Strom, der frisch und hell, / so hat ihre Seel geächzet / nach dem rechten Lebens­quell; / nun ihr Durst gestil­let ist, / da sie sind bei Jesu Christ.

Auf dem Zions­berg sie weidet / GOttes Lamm; die Lebens­sonn / mitten in dem Stuhl sie leitet / zu dem rechten Lebens­bronn; / Hirt und Lamm, das ewge Gut, / lieblich sie erquicken tut.

Laß mein Teil sein bei den Frommen, / welche ganz Dir ähnlich sind, / daß auch ich, der Not ent­nom­men, / als ein Dir getreues Kind, / dann genahet zu dem Thron, / nehme den ver­heiß­nen Lohn.

Welches Wort faßt diese Wonne, / wenn ich mit der heilgen Schar / in dem Strahl der reinen Sonne / leuchte wie die Sterne klar. / Amen, Lob sei Dir bereit, / Dank und Preis in Ewigkeit! / Amen.

(Hym­no­lo­gi­um der Katho­lisch-Apo­sto­li­schen Gemein­den Nr. 268)