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Kommentare deaktiviert für Regionalkonvent II Im Juli 2016 In Bad Godesberg
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Gerade einmal eine Woche lag das Fest der Heim­su­chung Mariä zurück, und schon traf sich der Regio­nal­kon­vent West der St. Johan­nes­bru­der­schaft ein weiteres Mal. Das hat es vorher noch nicht gegeben; der Abstand zwischen zwei Regio­nal­kon­ven­ten liegt ja sonst bei einem Monat. Auch wenn sich die Zahl der Geschwi­ster in engeren Grenzen hielt, tat dies dem Konvent geist­lich gesehen keinen Abbruch. Neben der gewohn­ten Feier der Non, der Vesper und der Komplet gab es dieses Mal anstelle eines Vor­tra­ges einen prak­ti­schen Schwer­punkt:

Was macht eigent­lich ein Mess­die­ner während der Mess­fei­er?

Welche Dienste über­nimmt er und wie bewegt er sich? Sein Handeln ist zwar ver­trau­ter Bestand­teil des lit­ur­gi­schen Gesche­hens am Altar, also an äußerst pro­mi­nen­ter Stelle. Doch irgend­wie sind die genauen Abläufe alles andere als vertraut, obwohl doch schon etliche Male gesehen.
Meinem Mit­bru­der im Noviziat Malte und mir war nun die Mög­lich­keit geboten, eine Ein­füh­rung in die „Liturgie des Mini­stran­ten“ zu erhalten, quasi als Trocken­übung. Der Mini­stran­ten­dienst wird eines Tages auf uns zukommen – und dann „in echt“; die Vor­be­rei­tun­gen darauf können also gar nicht früh genug beginnen, zumal nach nur einem Durch­lauf vieles wieder in Ver­ges­sen­heit geraten und so die eine oder andere Wie­der­ho­lung sicher not­wen­dig sein wird.

Bevor es jedoch richtig los geht, gibt es noch eine Sache zu beachten: Die Kleidung, ein schwar­zer Talar, die Ver­hül­lung für den Dienst am Altar, die nicht nur nach außen, sondern auch nach innen wirkt, sie bereitet den Weg… wenn auch die schier endlose Anzahl an Knöpfen und deren rechte Hand-Habung ein durchaus ernst­zu­neh­men­der Bestand­teil der lit­ur­gi­schen Übung gewesen ist…

2 Regio Juli 013

Die Übung simu­lier­te die Abläufe in einem Pon­ti­fi­kal­amt. Br. Pir­mi­ni­us simu­lier­te den Bischof. Den beiden Mini­stran­ten waren je beson­de­re Aufgaben zuge­teilt, grob gesagt: Der Eine war für den Weih­rauch zustän­dig, während der Andere mit der Sorge um das Evan­ge­li­ar betraut war. Hört sich ein­fa­cher an, als es ist. Es gibt nämlich eine Vielzahl von ver­meint­lich kleinen und „unbe­deu­ten­den“ Gesten, die beachtet werden müssen und – denn man ist ja zu zweit – auch mög­lichst synchron erfolgen sollten, wie z. B. die Ver­nei­gun­gen oder das Anheben der Kasel bei der Ele­va­ti­on und ja, auch die Haltung der Füße beim Knien auf den Altar­stu­fen.

Eine beson­de­re Her­aus­for­de­rung, quasi eine eigene Kunst, ist die Art der Inzen­sie­rung, nicht nur des Altars, sondern auch die­je­ni­ge, die sich die Mini­stran­ten gegen­sei­tig spenden und der Inzens der der Gemeinde gilt. Rich­ti­ges Halten des Weih­rauch­fas­ses, richtige Anzahl der Inzen­sie­run­gen (im Jargon gespro­chen: wie oft es „klack“ macht), je nach dem, wer oder was inzen­siert wird… und natür­lich: die Ver­nei­gun­gen.

2 Regio Juli 045

Richtig herum drehen, nicht zu schnell und nicht zu langsam gehen. Wie in einem Uhrwerk, in dem jedes Teilchen seine festen Aufgaben mit wie­der­keh­ren­den Abläufen hat; kleine und große Zahn­rä­der greifen inein­an­der und ermög­li­chen bei guter Justie­rung einen nahezu rei­bungs­lo­sen Ablauf. Dabei sind nicht nur die Altar­dien­ste, sondern alle gemeint, die sich im Kir­chen­schiff befinden, und gemein­sam in dieselbe Richtung steuern, deren Ziel der Berg Zion ist. Dieses Ziel kann einen auch darüber hin­weg­se­hen lassen, dass trotz feh­len­der Schwer­ge­wich­te und kurzer Lauf­strecken, nach Abschluss der Übung allen Betei­lig­ten ein wenig die Puste aus­ge­gan­gen war.